Dufte Frühlingsboten

Der Frühling ist die Lieblingszeit der Nasen. Es ist die Jahreszeit, in der alles wächst und blüht. Und uns mit intensiven Düften umgarnt. Das tut genauso gut wie die warme Sonne. Die meisten Parfüms entwickeln sich, so wie Blumen sich aus der Knospe schälen. Zuerst kommt der Auftakt, der den ersten flüchtigen Eindruck vermittelt. Das ist der Moment, wenn sich
die feinen Blütenblätter hinaus aus dem Grün der Knospe wagen. So wie sich dann die Blüte entfaltet, so entfaltet sich auch der Duft mit der intensiven Herznote. Wird die Blume älter, dann mischen sich Holznoten in das Süss ihres Duftes. Parfüms welken nicht, aber auch sie haben eine herbere Basis, die noch lange haften bleibt.

Wie aus einem Roman entsprungen
Jean Poivres Geschichte ist keine Biografie. Aber sie könnte eine sein. Stellen wir uns einen leidenschaftlichen Mann vor, der vor 200 Jahren gelebt hat. Er besitzt eine sehr feine Nase, nimmt die Düfte seiner Umgebung intensiv wahr. Ihm schwebt die Herstellung von idealen Parfüms. In Tagebuchnotizen sinniert er über Duftsymphonien. Allerdings ist der Idealduft, der ihm vorschwebt, mit den damaligen Verfahren nicht herzustellen. Diese Erkenntnis führt bei Poivre zu einer grossen Qual. Im Opium sucht er nach Erleichterung, was ihm nicht gelingt. Schliesslich kostet ihn das Rauschgift das Leben. Allerdings hinterlässt er der Nachwelt ein Kompendium, eine «Schatzkiste der Erinnerungen». Nun hat ein visionärer Parfümeur Poivres Ideen mit der heutigen Technik umgesetzt. Eine Geschichte wie aus einem Roman? Nun ja, auch die Düfte erzählen Geschichten. Entdecken Sie diese zeitlosen Düfte. Öffnen Sie die Flakons und lassen Sie sich von den Erzählungen bezaubern.

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